Das „Chamäleon“ der Gynäkologie kommt nach Soest

Neue Selbsthilfegruppe für von Endometriose Betroffene

Milena und Anna
Milena Topp und Anna Gardewiszki (v. l.) haben die Selbsthilfegruppe für von Endometriose Betroffene in Soest ins Leben gerufen und engagieren sich für die Aufklärung über das „Chamäleon der gynäkologischen Erkrankungen“. Foto: Astrid Schlüter/ Kreis Soest
Pressemeldung vom 09.07.2020 10:00

Kreis Soest (kso.2020.07.09.403.abs). Milena Topp und Anna Gardewiszki haben die Selbsthilfegruppe für von Endometriose Betroffene in Soest ins Leben gerufen und engagieren sich für die Aufklärung über das "Chamäleon der gynäkologischen Erkrankungen". Monatlich sind zwei Treffen in den Räumen des Kreissportbundes im Soester Bahnhofsgebäude, Bahnhofstr. 2, 59494 Soest, geplant. Der Auftakt findet am Donnerstag, 16. Juli 2020, um 18 Uhr statt.


Um vorherige Anmeldung wird gebeten, denn die derzeit geltenden Coronaschutzmaßnahmen müssen auch hier eingehalten werden. Anmeldung und weitere Informationen gibt es unter endolinge@gmail.com.

Bei der Endometriose finden sich spezielle, den Zellen der Gebärmutterinnenschicht (Endometrium) ähnliche Zellen nicht nur, wie sonst üblich, innerhalb der Gebärmutter, sondern auch in benachbarten Körper-Räumen, wie z. B. an den Eierstöcken, an anderen Organen innerhalb der Bauchhöhle, Blase, Darm und an den Innenwänden der Bauchhöhle. In seltenen Fällen auch in der Lunge und den Nerven. Sie sind dann in diese Organe oberflächlich oder tiefer eingewachsen. Die Endometriose kann ebenso wie die Gebärmutterinnenschicht auf die Hormone des weiblichen Zyklus reagieren und monatlich eine Schleimhaut aufbauen, die sie am Ende des Zyklus wieder abstoßen. Dadurch können immer wieder Entzündungen entstehen, die starke bis extreme Schmerzen bereiten. Bei vielen Frauen ist die Endometriose sehr unterschiedlich. Auch der Schweregrad oder der Ort der Ausbreitung sagen nichts über die Problematik der Endometriose aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Endometriose unter den 20 schmerzhaftesten Erkrankungen der Welt ein.

Betroffen sind Frauen und Transmänner ab der ersten Regel bis hin zur letzten Regelblutung, einige sogar darüber hinaus. Es ist eine von zehn Frauen, einer von zehn Transmenschen betroffen. Allein in Deutschland liegt die Zahl der Neuerkrankten pro Jahr etwa bei 40.000. Dabei vergehen im Durchschnitt bis zu sieben Jahre, bis zu einer gesicherten Diagnose. Da die Endometriose so individuell verläuft, wird sie unter den Medizinern „Chamäleon der gynäkologischen Erkrankungen" genannt.

Oft beschriebene Symptome sind starke Kreislaufprobleme, z. B. Ohnmacht durch Schmerzen, Blasen- und Darmkrämpfe, Schmerzen bei Darm- und Blasenentleerung, starke Schmerzen bei der Menstruation, Kreuz- und Bauchschmerzen, Schmerzen während des Eisprungs, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs und bei gynäkologischen Untersuchungen, ungewollte Kinderlosigkeit und chronische Schmerzen. Verbunden mit den Symptomen können außerdem eine erhöhte Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, gehäufte Allergien oder Reaktionen des Immunsystems sowie eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit sein.

Oft müssen Erkrankte sich wegen der Endometriose verteidigen oder werden durch die Unwissenheit vieler in der Gesellschaft als „schmerzempfindlich“ oder als „Hypochonder“ abgestempelt. Den kräftezehrenden Kampf um Verständnis und Anerkennung der Erkrankung in der Familie, in der Gesellschaft und am Arbeitsplatz möchte die neue Selbsthilfegruppe „Endolinge'“ unterstützen.


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